PAPIERVERPACKUNGEN: DIE GUTE ALTERNATIVE - ODER ETWA NICHT?

PAPIERVERPACKUNGEN: DIE GUTE ALTERNATIVE - ODER ETWA NICHT?

Die Kurzantwort: nein. Klar, wir dachten am Anfang auch, dass Papierverpackungen nachhaltiger sind als Plastikverpackungen. Aber der Schein trügt. In Wirklichkeit handeln wir uns mit Papierverpackungen nämlich einfach die nächsten Probleme ein. Vorweg wollen wir erwähnen, dass viele Papierverpackungen häufig gar nicht nur aus Papier bestehen, sondern eine zusätzliche Plastikschicht und teilweise sogar noch weitere Schichten aus Aluminium enthalten. Diese Verbundmaterialien sind noch schwieriger zu recyceln als reines Plastik, da die verschiedenen Schichten schwerer voneinander zu trennen sind.[1]

 

Warum denn dann nicht reines Papier?

Papier hat für viele Lebensmittel nicht die optimalen Verpackungseigenschaften. Gerade bei feuchten Produkten ist eine Plastikbeschichtung unbedingt notwendig. Bei trockenen Lebensmitteln wie Nudeln ist eine drei- bis achtmal so dicke Verpackung notwendig, damit sie ähnlich gut geschützt sind wie in einer herkömmlichen Verpackung.[2] Würde man unsere Pasta in Papier einpacken, müssten anstelle eines LKWs mit Verpackungsmaterial gleich drei bis acht angefahren kommen, um das Material zu liefern.

 

Klar, es gibt recyceltes Papier, doch auch hier stößt man auf ein paar Probleme. Papier lässt sich maximal fünf- bis siebenmal recyceln, da irgendwann die Fasern so stark verkürzt sind, dass daraus kein Papier mehr hergestellt werden kann.[3] Bei dem Prozess der Papieraufbereitung werden außerdem, große Mengen Wasser, Energie und Chemikalien verwendet, um das Papier wieder hygienisch und sauber verwenden zu können.[4] Wusstest du, dass Papiererzeugnisse wie Flyer oder Magazine, die mit UV-Farben bedruckt werden, nicht recyclingfähig sind und sogar als Sondermüll gelten? Das heißt, dass Papier teilweise aufgrund des Drucks gar nicht erst recycelt werden kann.[5]  

 

Aber selbst wenn der Weg zum Papierrecycling frei ist, heißt das noch lange nicht, dass auch wieder Verpackung daraus werden kann. Da recyceltes Papier oft hohe Anteile von Mineralöl, Quecksilber oder anderen Chemikalien aufweist, ist es für den Lebensmittelkontakt nicht mehr zugelassen.[6] Sprich: In Sachen Lebensmittelverpackungen ist die Wahl von Papier ehrlicherweise eine Einbahnstraße. Ein kleiner Fun Fact für dich: Auch wenn die braunen Papiertüten im Supermarkt so aussehen, als wären sie aus 100 % recyceltem Papier hergestellt, bestehen sie tatsächlich häufig zu einem hohen Anteil aus Frischfasern. Das macht sie nämlich reißfester.[7]

 

Das hat uns zum Nachdenken gebracht

Wenn uns Druckfarben und Recycling vor so große Probleme stellen: Wieso nutzen wir dann nicht eine Verpackung, die so konzipiert ist, dass sie sich selbst zersetzt, und die von vornherein keine umweltschädlichen Substanzen beinhaltet? Inspiriert durch die Natur, haben wir uns für genau für so eine Art der Verpackung entschieden. Nach dem Gebrauch zersetzt sie sich innerhalb von wenigen Monaten im Kompost (ganz genau wie eine Kartoffelschale) und verwandelt sich in fruchtbaren Boden, der neues Pflanzenwachstum fördert. Wächst darauf ein neuer Baum, dann kann der zum einen wieder CO2 binden, und zum anderen liefert er neues Material für unsere Verpackungen. Genauso verstehen wir das Konzept der kreislauffähigen Verpackung. Du möchtest mehr darüber erfahren? Dann lies weiter, wie unsere Verpackung aufgebaut ist und wie sie sich kompostiert.

 

[1] Vgl. www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/verpackungsindustrie-oekobilanz-sechs-mythen-ueber-plastik-und-papier/27404644.html?ticket=ST-880499-S5YQLJFWoAZQqcb6YSGg-ap5
[2] Vgl. www.wissen.de/verpackungen-warum-eine-papiertuete-schlechter-sein-kann-als-ein-plastikbeutel
[3] Vgl. www.f-mp.de/res/expertenteam-papier/Papierherstellung.pdf S. 14
[4]Vgl.  https://citizensustainable.com/de/papier-umweltfreundlich/
[5] Vgl. https://der-f.ink/fink-story/recycling-papiere-sind-fuer-die-tonne/
[6] Vgl. www.rausch-packaging.com/blog/de/materialkunde/recycelte-lebensmittelverpackungen/
[7] Vgl. https://sinplastic.com/papier-recycling/
Titelbild Quelle: www.pexels.com/de-de/foto/mullplatz-2967770/